Herstellung von geschmiedeten Scheren
Die präzise Arbeit in allen Produktionsstufen ist von entscheidender
Bedeutung für die Scherenqualität. Bis eine geschmiedete Schere komplett
fertig ist, müssen mehr als 60 einzelne Arbeitsschritte durchlaufen werden.
Die wichtigsten Bearbeitungsstufen bei den geschmiedeten Scheren sind:
Rohteile-Fertigung
In der Rohfertigung erhält das Ausgangsmaterial die passende Form für
die Weiterverarbeitung. Dieser Fertigungsabschnitt gliedert sich in
- Das Formschneiden: Aus dem Flachmaterial werden Spaltstücke in der
Form eines langen, spitzen Dreiecks abgespalten.
- Erhitzung: Die Spaltstücke werden auf Weissglut erhitzt.
- Schmieden: Im Gesenk (Schmiedeform) erhält das Spaltstück die erste,
rohe Form einer Scherenhälfte (Ober- oder Unterbeck).
- Rohling ausschneiden: Grate und Überstände werden auf einer Exzenterpresse
weggeschnitten und die Scherenaugen werden ausgestanzt.
Mechanische Fertigung aus dem Scherenrohling
Die Rohlinge verlassen die Schmiede und gelangen zur Weiterverarbeitung
in die mechanische Fertigung. Dort werden folgende Arbeitsschritte ausgeführt:
Fräsen der Schließfläche (Halm, Gewerbeansatz und Blatteinsatz), Bohren
des Schrauben- bzw. Nagelloches, Einschneiden des Gewindes in den Unterbeck,
Prägen des Markenzeichens auf dem Gewerbe des Oberbecks.
Härten
Bei geschmiedeten Scheren werden das Blatt und das Gewerbe bis zum Halbmond
gehärtet. Die Griffhalme müssen weich bleiben, da sonst die späteren Richtarbeiten
nicht mehr möglich sind. Die wichtigsten Arbeitsschritte hierbei sind
- Erhitzen im Salzbad
- Abschrecken im Ölbad
- Bei rostfreien Scheren: Unterkühlen nach einem speziellen Eishärteverfahren
- Anlassen: Diese Wärmebehandlung nimmt dem Stahl die Spannungen
- Hartrichten: Die Scherenblätter werden gegeneinander gebogen (Zug)
und verdreht (Drall).
Oberflächenbearbeitung
Das Schleifen ist bei Scheren ein sehr aufwendiger Arbeitsprozeß, der
entweder von Hand (Augen und runde Griffhalme können nicht maschinell
ausgemacht werden) oder mit besonderen Präzisionsmaschinen durchgeführt
wird. Dem Zusammenspiel von Halbmond, Zug und Drall wird im besondere
Beachtung geschenkt. Denn sie sind entscheidend dafür, daß sich die Schneiden
in einem Punkt treffen und das Schneidgut sauber gehalten und geschnitten
wird.
Die Arbeitsschritte sind:
- Augen und Halm: Innen und außen grob und fein pliesten
- Gewerbe- und Blattschleifen: Grob und fein schleifen, gleitschleifen,
vernickeln
- Zwischen, Wate und Hohle schleifen: Der Schliff muß dem Dreh bzw.
der Verwindung der Blattinnenseite folgen.
Um die Oberfläche gegen Korrosion zu schützen, werden Scheren aus Normalstahl
vernickelt. Danach wird das Scherenblatt im Hohlen geschliffen. Scheren
aus rostfreiem Stahl werden poliert bzw. mattiert.
Montage
In der Montage werden die beiden Scherenbecke zusammengeschraubt. Die
Schnittfähigkeit und der weiche Gang der Schere über die gesamte Schneidenlänge
hin wird in diesem Arbeitsschritt bestimmt. Die Scherennagler und -kontrolleure
aus unserem Hause verfügen über ein hohes Maß an Können und Geschick.
Bei der Montage gibt es folgende Arbeitsschritte:
- Abziehen der Wate auf dem Ölstein
- Scherenbecke zusammenschrauben und auf Spitze setzen, d.h. ausrichten
- Endkontrolle: Überprüfen der Schnittfähigkeit und des Ganges der Scheren
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