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Aktualisiert am:
17.05.2012

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Der Ursprung

Die deutsche Schneidwaren- und Besteckindustrie hat ihren wesentlichen Ursprung in Solingen. Sie gehört mit ihrer langen Historie von weitaus mehr als 700 Jahren ohne Zweifel zu den besonders traditionsreichen Industriezweigen der deutschen Wirtschaft und ist weltweit mit dem Begriff Solingen eine unauflösliche Einheit eingegangen.

Typisch für die Branche war und ist das mittelständische Element, gleichzeitig Quelle und Garant für Ideenreichtum, Flexibilität, Solidität und Qualität.

Die Klingenherstellung ist älter als die Stadt Solingen, die ihre Stadtrechte erst 1374 erhielt: schon seit 1250 läßt sich die Schwertfertigung - Vorläuferin der heutigen Schneidwaren- und Besteckindustrie nachweisen. Erzvorkommen, Wald und Wasser sowie die Nähe zur Handelsstadt Köln waren dafür verantwortlich, daß in Solingen im Laufe der Jahrhunderte eine Schneidwaren- und Besteckindustrie ohnegleichen entstand.

Bereits im 14. Jahrhundert gab es die ersten drei streng voneinander getrennten Zünfte der Schleifer und Härter (1401), der Schwertfeger und Reider (1412) und der Schwertschmiede (1472). Aus dem Schwertmacherhandwerk entwickelte sich allmählich ein breiter gefächertes Schneidwarenhandwerk: 1571 wurde die Zunft der Messermacher erstmals erwähnt; 1794 schlossen sich die Scherenmacher zu einer eigenen Zunft zusammen, und nachweislich seit dem Ende des 17. Jahrhunderts ist auch die Besteckfertigung in Solingen vorhanden, zunächst nur bestehend aus Tafelmesser und Gabel.

Die Herstellung von Klingen bzw. Schneidwaren und Bestecken erforderte ohne Zweifel eine hohe handwerkliche Kunstfertigkeit. Bereits im ausgehenden Mittelalter hatte sich die Arbeitsteilung von Schmieden, Härten, Schleifen und Reidern (Montage) herausgebildet, die modifiziert bis weit in unser Jahrhundert Bestand haben sollte.

Bei allen einzelnen Arbeitsverrichtungen war das Geschick und das Können der Handwerker von wesentlicher Bedeutung für Gestalt und Qualität des Produktes. Hohe Produktqualität galt als wesentliche Bedingung für eine gedeihliche Absatzentwicklung. Den Absatz übernahmen Kaufleute - sog. Verleger-, die Rohwaren kauften und in die einzelnen Bearbeitungsstufen durch die spezialisierten Handwerker gaben. Die in Zünften organisierten selbständigen Kleinmeister überwachten insbesondere die Einhaltung der Qualitätsbestimmungen.

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