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Aktualisiert am:
04.02.2012

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Schmieden im 20. Jahrhundert

1987 kam in der Solinger Messerschmiede K + M Nippes eine neuartige, umweltfreundliche, automatische Schmiedeanlage zum Einsatz, die gegenüber einem Fallhammer eine 3,5 mal höhere Tafelmesserklingenproduktion ermöglicht. Die als Ausgangsmaterial eingesetzten Stabstahlstangen werden mit stufenlos einstellbarer Schrittlänge und Taktzeit in eine Induktionsspule geführt und dort auf Schmiedetemperatur erwärmt. In der anschließenden drehbaren Warmschere werden die Werkstücke heiß abgespalten, wobei verschiedene Spaltstücklängen erzeugt werden können. Dies ergibt wesentliche technische Vorteile und eine Lärmminderung gegenüber dem konventionellen Kaltscheren auf Exzenterpressen. Das schmiedewarme Spaltstück gelangt in die Biege- und Stauchstation, in der es in die endgültige der Gravur entsprechende Vorform gebogen wird. Mit einem in mehreren Achsen beweglichen Zuführmanipulator werden die Rohlinge anschließend lagerichtig im Schlagformer positioniert und in horizontalen Gegenschlägen mit hoher Schlagfolge geschmiedet.

Die Vorteile der Anlage liegen - verglichen mit Riemenfallhämmern - in ihrer geringeren Geräuschemission, ihren stark verminderten Bodenerschütterungen und der Verbesserung der Arbeitsplatzbedingungen, da die Anlage zusätzlich auch Belastungen durch Staub und Hitze vermeidet.

Heute beläuft sich der Produktionsumsatz des Solinger Branchenteils auf über 1 Mrd. DM, der von etwa 5.500 Beschäftigten erwirtschaftet wird. Damit führt Solingen den Beinamen Klingenstadt nach wie vor zu recht.

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